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Geschichte |
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Das Jahr 1965 wird ein entscheidendes für die Brauerei Grasser werden.
Von hier an herrscht bis heute eigentlich zu keinen Zeitpunkt mehr Ruhe in dieser kleinen Brauerei. Ein bedeutender
Grundstein wird gelegt. Der des neu zu bauenden Brauhauses nämlich, das auf der anderen Straßenseite gebaut werden
sollte. Im Juli war es soweit, und im September des Jahres holte sich Michael Grasser zwei weitere Hände zur Hilfe, um die vierfachbelastung mit Baustelle, Landwirtschaft, Brauhaus und Gastwirtschaft zu schaffen. Döppmann Bernhard aus Huppendorf war der erste Lehrling der Brauerei Grasser, und konnte ein Jahr nachdem er sein erstes Lehrjahr begann, verfolgen, wie der Meister den ersten Sud Bier in den von Kaspar Schulz gefertigten, 52 hl fassenden, Zweigerätesudwerk braute. Das Brauhaus war fast fertig. Es war neben den Sudwerk mit der alten Schrotmühle, aber sonst nur mit neuen Geräten ausgestattet. Ein Kühlschiff mit nachgeschalteten Berieslungskühler, den Gärkeller mit drei offenen, 45 hl großen, Gärbottichen, die mit einer Eiswassermantelkühlung ausgestattet waren. Ein kombinierter Kieselgur-/EK-Schichtenfilter stand im Filterkeller, nur die Lagertanks fehlten zu diesen Zeitpunkt noch. Alles Bier musste nach der Hauptgärung noch ins alte Brauhaus laufen gelassen werden, um die 4wochige Nachgärung zu erfahren. Doch bald sollten sieben18 hl Tanks dazukommen, die das neue Huppendorfer Brauhaus komplett machten. Geliefert natürlich auch von Kaspar Schulz. Jetzt konnte es losgehen, doch lange reichte diese Investition Michael Grasser nicht aus. Der Grundriss des Brauhauses, das 1965 zu Bauen begonnen wurde, sollte nicht lange so bleiben. Die noch recht improvisierte Flaschenfüllerei musste profisioneller gestaltet werden: 1968 wird an der Rückseite des Brau-hausgebäudes ein weiterer Raum angebaut, der ab nun die Flaschenfüllerei beherbergen soll. Eine neue Rundspritzmaschine (Flaschenreinigungsmaschine) soll darin Platz finden, die zur Ihrer Beheizung einen Dampfkessel benötigt, den Carl Christian lieferte. Es war der erste Dampfkessel in der Brauerei. Gefüllt wurden die Flaschen mit einen 12-Hähnigen Flaschenrundfüller, die Etiketten fanden per Hand ihren Platz am Flaschenhals, welcher mit einen Bügelverschluss verschlossen wurde, der ebenfalls mit der Hand verschlossen wurde. Die Landwirtschaft wird mit den verkauf der Melkkühe enorm verkleinert. Von nun an wird sich in dieser Sparte auf den Ackerbau und der Holzwirtschaft, die für die Feuerung im Brauhaus sehr wichtig ist, konzentriert. Im Stall stehen nur noch Schweine, die bis heute noch die immer frischen, und selbst gemachten Wurstwaren liefern, die es in der Gastwirtschaft zum Verzehr gibt. Ein Brauereimuseum hätten wir heute im Hof stehen, wenn wir den Rat von Günther Heidenreich beherzigt hätten, und das alte Brauhaus stehen lassen hätten. Herr Heidenreich war und ist der Chef des etablierten Brauereibedarfgeschäfts Gummi Leicht im Laubanger in Hallstadt, und nicht nur schon langjähriger Geschäftspartner der Brauerei Grasser sondern auch Freund der Familie. Schon damals in jungen Jahren bewies er einen solchen Weitblick, der leider keine offenes Ohr fand beim jungen Braumeister Michael Grasser, welcher neue Sachen wollte, und das alte Brauhaus 1969 abreisen lies, und im gleichen Zug eine Garage links vom Brauhaus baut, um den ersten Lieferwagen, einen Ford Transit, einstellen zu können. Doch nicht mal mehr als ein einziger Krug mit der Aufschrift "Brauerei Hans Grasser Huppendorf" überlebte die Jahre des Aufbaus, warum sollte man den damals wie heute wertvollen Platz herschenken, und altes "Gerutsch", wie man im fränkischen sagt, stehen lassen. Ärgern braucht man sich nicht. Zurück, holt man damit nichts, und wer weis was wir heute alles wegschmeißen, was uns in Jahren weh tut, aber jetzt niemand wissen kann.
Im September 1971 bewirbt sich ein zweiter junger Mann aus dem Dorf als Brauer- und Mälzerlehrling bei Michael.
Es ist Willibald Grasser, der jetzt in Steinfeld der Meister der Hübner-Bräu ist. Das Geschäft mit den Haussieren läuft mittlerweile besser, so dass für den Ford ein Lastwagen der Marke Hanomag gekauft wird. In der Woche werden ca. 150 bis 200 Kasten Bier abgefüllt, damals aber noch zu ¾ Märzen, was heute nicht mehr im Reportaar ist, und zu ¼ unser dunkles Vollbier, was heute unsere Hauptsorte ist. In Fässern werden bis zu 10 Hektoliter die Woche gefüllt, die Hausbrauer natürlich immer zusätzlich. Im Jahr darauf wird sogar ein neuer Lehrling eingestellt. Sebastian Hümmer aus Poxdorf ist der neue Mann und arbeitet jetzt als zweiter Stift mit Willi unter den Gesellen Bernhard, der zu der Zeit aber nicht nur im Brauhaus, sondern auf den ganzen Hof alle anfallenden Arbeiten erledigt. Als Sebastian Hümmer drei Jahre später im Jahre 1975 auslernt, wird er von Josef Amschler abgelöst. Dieser wird aber seine Lehrzeit nicht mal mehr beenden, sondern stirbt tragischerweise bei einen Verkehrsunfall bevor er Geselle wird. Für Ihn kommt kein Ersatz. Eine neue Flaschenwaschmaschine fordert einen neuen Anbau am Brauhaus, und bei dieser Gelegenheit wird auch noch ein neuer Flaschenrundfüller installiert, der mit 20 Füllorganen den Alten um 8 übertrifft. Die Flaschenwaschmaschine ist eine Einendige, nicht wie vorher ein Rad, was bedeutet, dass die verschmutzten Flaschen und die sauberen Flaschen an ein und den selben Ende der Maschine ein- bzw. austreten. An dieser Investition sieht man schon, dass das Geschäft mit der Kastenware so langsam ins rollen kommt, und zwei Jahre später wird sogar noch ein Arbeiter angestellt, der zum Grossteil nur noch mit Bierausfahren beschäftigt werden soll: Rudi Arnold feierte letztes Jahr sein 20-jähriges Jubiläum bei uns, und ist auch jetzt noch von früh bis spät auf der Straße, um den Kunden das Huppendorfer Bier ins Haus zu bringen. Er fuhr alle LKW ´s, unter anderen zwei Fiat, und jetzt den Mercedes, und kennt wahrscheinlich auch die meisten Kundschaften persönlich. |
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Brauerei Gasthof Grasser, Huppendorf 25, 96167 Königsfeld, Oberfranken Telefon: 09207-270, Fax: 09207-636, Email info@huppendorfer-bier.de |
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